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Die Osterkerze 2022


Die Osterkerze 2022

Die OSTERKERZE 2022 zeigt die Spannung zwischen den ewigen Wahrheiten, die wir glauben, die wir feiern und der konkreten Welt und Zeit, in denen wir leben.

Alpha und Omega (ΑΩ), Anfang und Ende; der erste und letzte Buchstabe im griechischen Alphabet: Alles, was gesagt und gedacht und ausgedrückt werden kann. Bei Gott nimmt alles seinen Anfang, zu IHM führt alles hin. Das Christusereignis als „Punkt Omega“ der Geschichte.

Unsere Welt, der Blaue Planet

Gott entäußert sich seiner Gottheit, er wird Mensch und geht ein in diese Welt, in menschliche Endlichkeit und Gebrochenheit, bis hin in die Gebrochenheit des Todes an Karfreitag.

Nicht nur damals, sondern immer neu, ER kommt in unserer Zeit, heute, im Jahr 2022.

Diesmal ist die Jahreszahl gebrochen. Das Jahr 2022 wird wohl in die Geschichte eingehen mit einem Bruch, das heißt dass ein Bruch deutlich und bewusst geworden ist. Nicht nur die Corona-Epidemie, Flüchtlingsströme, nicht nur die Bedrohung durch den Klimawandel – der wäre noch viel bedrohlicher und dramatischer – richtig nahe unter die Haut gehend ist uns wohl die kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine.

Wir dachten, dass unsere Welt trotz der Unterschiede von Ost und West, Nord und Süd immer mehr zusammenfindet zu einer Menschheitsfamilie. Und nun merken wir erschreckend welche Brüche doch da sind, wieder neue aufgebrochen sind. Das heißt aber gerade nicht, wie viele jetzt sagen, dass wir uns geirrt hätten, dass der Weg zu friedlicher Koexistenz zwischen den Blöcken falsch gewesen wäre und wir es in Zukunft nicht mehr so machen dürfen. Der Weg bisher war richtig, aber jetzt sind wir falsch abgebogen. Wir müssen wieder (anders) zu diesem Weg zurückkommen.

 

Der Bruch, der Riss als gestaltgebendes Element und Zeichen

ist auf der Osterkerze nicht zu übersehen, darf auch nicht übertüncht werden, gerade im Blick auf Karfreitag, im Blick auf unsere Welt. Durch die Erde, den Blauen Planeten geht ein tiefer Bruch, ja ein Gewebe von Rissen, Netzwerke des Todes, vielfacher Art.

Die Künstlerin hat sich dabei anregen lassen von dem Hymnus „Anthem“ von Leonard Cohen. Darin kommt als Kehrvers:  “There is a crack in everything. That’s how the light gets in.
= Da ist ein Riss  in allem. Das ist der Spalt, durch den das Licht einfällt.“

Dieser Gebrochenheit, dieser Vergänglichkeit hat sich Gott wohl wissend ausgesetzt. Nicht nur in der Gestalt des menschlichen Körpers, sondern seiner fortwährenden Menschwerdung bis in den Tod. Das Grab, mit einem Stein verschlossen ist der Inbegriff der Vergänglichkeit. Doch gerade hier entsteht das Licht. Der „Spalt, durch den das Licht einfällt“ ist das geöffnete Grab Jesu.

Diese Haltung drückt sich aus im Kreuz.

Es ist auf der Osterkerze gestaltet als ein durchgehendes Band mit einer goldenen und einer grünlichen Seite. Das Kreuzband ist so gelegt, wie wenn wir uns (etwas zitternd) selbst bekreuzigen: von oben (dem Kopf) nach unten (zum Herz), dann zur linken Schulter, dann zur rechten Schulter. Das Kreuz ist die Bewegung, die Handlung, die wir gläubig vollziehen, die Aktion die daraus erwächst. Das Kreuz sind wir selber.

Vielleicht können wir in diesem Sinn das Kreuzzeichen möglichst bewusst über uns machen und uns so mit der Osterkerze, mit dem was sie ausdrückt und bedeutet, verbinden.


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